Dass Regisseur Edgar Wright ein Talent für ungewöhnliche Genremixes besitzt, hat er bereits eindrucksvoll im humorvollen Zombiefilm Shawn of the dead bewiesen. Und so könnte man sich wohl keinen besseren vorstellen, um Brian Lee O’Malleys Kultcomic, der romantische coming-of-age Kommödie mit Kung Fu Manga, Superheldenepos und 8Bit Videospiellogik vermengt, auf die Leinwand zu bringen.
Bereits die ersten Sekunden des Vorspanns definieren die Zielgruppe und stimmen auf den folgenden Trip ein: denn wer beim Anblick des pixeligen Universallogos nebst Chiptune oder dem darauf folgenden Introsound aus Zelda3: a link to the past nicht ein breites Grinsen im Gesicht hat, könnte auch an an den folgenden 112 Minuten rund um die Abenteuer des 23jährigen Slackers Scott Pilgrims nicht ganz so viel Freude haben. Dessen beschauliches Leben spielt sich hauptsächlich zwischen den Proben seiner Band the sex bob-omb und „Dates“ mit der 17jährigen Highschool-Schülerin Knives Chow ab. Das ändert sich, als er Ramona Flowers, dem wortwörtlichen Mädchen seiner Träume, begegnet. Denn um mit ihr zusammen zu sein muss er ihre 7 bösen Exfreunde besiegen, die sich in einer Liga von Oberschurken mit übernatürlichen Kampfkünsten verbündet haben. Und ganz nebenbei gilt es auch noch einen Bandwettbewerb zu bestreiten.
Die abgefahrene Story weiß vor allem durch trockenen und nerdigen Humor zu gefallen. Es gibt unzählige clevere Referenzen auf Videospiele, Comics, Musik und Popkultur, ohne dass der Film dabei zur Spoof-Komödie verkommt. Es gleicht vielmehr einer liebevollen Hommage, wenn in der Spielhalle Ninja Ninja Revolution gespielt wird oder oder die Geschichte von Pacmans Namensgebung (vergeblich) als Anmachspruch zum Einsatz kommt. Dabei wurden nicht nur viele Gags aus den Comics übernommen, sondern die Möglichkeiten des Mediums genutzt, indem beispielsweise etliche Soundeffekte aus Spielen wie Sonic the Hedgehog oder dem Mac Betriebssystem eingebaut wurden.
Auch die restlichen Aspekte wissen zu gefallen: die Dialoge sind spritzig, die (weitestgehend unbekannten) Darsteller überzeugen, allen voran Michael Cera und die schnuckelige Ellen Wong (Jahrgang 1985, also kein unangebrachtes Adjektiv ;-)). Die Actionsequenzen sind furios inszeniert und die Optik ist hervorragend: Während andere Comicadaptionen ihre Herkunft oft verleugnen setzt Scrott Pilgrim bewusst auf Elemente wie Speedlines und visuelle Soundeffekte und erzeugt zusammen mit kräftigen Farben und einigen Pixeleffekten einen eigenständigen Look, der sich hinter Filmen wie 300, Matrix oder Tron nicht verstecken muss. Lediglich das Finale macht ein wenig zu sehr Gebrauch von diesen Elementen, wie auch insgesamt die zweite Hälfte des Films nicht ganz das perfekte Timing der ersten Stunde halten kann. Das mag daran liegen, dass die sechsteilige Scott Pilgrim Comicreihe zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht abgeschlossen war und man etwas „improvisieren“ musste. Insgesamt ist das jedoch Jammern auf hohem Niveau.
Besonders erwähnenswert wäre noch die im Vergleich zum völlig gehypten Tron-Soundtrack erstklassige Musikuntermalung. Insbesondere die Stücke der auftretenden Bands, die zum Teil aus der Feder von Indie-Folk-Rocker Beck stammen, machen den Score praktisch zum Pflichtkauf. Kleiner Tipp: wer den Abspann bis zu Ende ansieht kommt in den Genuss einer coolen 8Bit Chiptuneversion von Threshold.
Ebenfalls gelungen, wenn auch nicht hervorragend, sind die Extras der DVD: Es gibt ein alternatives Ende (das mir sogar besser gefallen hat und von dem ich mir gewünscht hätte, dass man es auf der DVD in Anlehnung an die Videospielthematik interaktiv zur Auswahl in den Hauptfilm eingebaut hätte), Fotogalerien, Audiokommentare sowie eine Untertitelspur, die noch einmal auf die versteckten Gags und Anspielungen hinweist.
Spätestens bei der Gegenüberstellung zwischen Comicvorlage und Filmszenen sieht man, mit wie viel Liebe zum Detail und Begeisterung alle Beteiligten an dem Projekt gearbeitet haben, was Scott Pilgrim gegen die Welt auf jeden Fall für alle sehenswert macht, die sich auch nur im entferntesten für Videospiele oder Comics begeistern.




Auf dem Mega Drive Modul finden sich neben einem hervorragend spielbaren 2D Jump’n’Run (das zugegebenermaßen Bestandteil von Sonic 3 hätte sein sollen, es aus Termingründen aber nicht geschafft hat) auch Anschlusskontakte auf der Oberseite, auf die ein weiteres Modul aufgesteckt werden kann. Mittels dieser Lock-on genannten Technologie kann es mit den Vorgängern Sonic 2 oder Sonic 3 verbunden werden, um deren Daten auszulesen und die Spiele um neue Features zu erweitern. So wird beispielsweise Knuckles als spielbarer Charakter in die älteren Sonictitel eingeschleust, was sich dank seiner Fähigkeit, an Wänden hinaufzuklettern und nach Sprüngen zu gleiten, auch auf das Gamesplay auswirkt.
Nach dem Zahlen der 8 Euro Eintritt macht sich zunächst einmal Enttäuschung breit: Die Ausstellungs-fläche ist sehr überschaubar und für ein Museum, dass sich einem interaktivem Medium widmet, gibt es weniger Spielbares als erwartet.
Sehr gelungen ist überdies die generelle Gestaltung des Museums. Konsequent wurde auf pixelig-quadratisches Design in den Farben Weiß und Neongrün gesetzt, und die Video-stationen werden (fast) stilecht mit einem Competition Pro bzw. dessen USB Nachbau gesteuert. Besonders cool ist die Wall of Games, auf der Meilensteine der Computer- und Videospielgeschichte verewigt sind und bei der die Mechanik eines Point’n’Klick Adventures in die real Welt übertragen wurde: Mittels eines Joysticks wird ein beamerprojeziertes Fadenkreuz über eine große Wand mit Spielenamen beziehungsweise Verpackungen gesteuert, während Monitore Informationen und Bildmaterial zu dem Game anzeigen, dass sich unter dem Cursor befindet.
Ergänzt wird die Ausstellung durch die Wall of Hardware, an der sich Videospielkonsolen aus mehr als drei Jahrzehnten finden. Und neben einigen historischen, künstlerischen und kuriosen Exponaten wie einem (nicht spielbaren) Pong Automaten, der Painstation oder einem gigantischen Atari VCS-Joystick gibt es im Rahmen der Themenbehandlung natürlich auch einiges anzuspielen wie Wipeout 3D, Wii Sports, Monkey Island oder Zork.
Insbesondere für Beat’em Up Fans scheint sich der 3DS zu lohnen. Das hervorragende Street Fighter IV 3D Edition gehörte zu den besten Starttiteln, und während man noch auf das angekündigte BlazBlue für die 3D Konsole wartet erschien letzten Freitag Dead or Alive: Dimensions – zumindest in Deutschland. Denn Tecmos Prügelspielserie ist seit jeher nicht nur für seine unbestrittenen spielerischen Qualitäten bekannt, sondern auch für die üppigen Proportionen der weiblichen Mitglieder des Kämpfer-Lineup und Kostüme, die diese entsprechend in Szene setzen. In Schweden entbrannte darüber in Kombination mit der vermeintlichen Minderjährigkeit einiger Charaktere eine heftige Diskussion. Nintendo, die beim 3DS Dead or Alive erstmals als Publisher der Serie auftreten, nahm diese anscheinend zum Anlass, auf eine dortige Veröffentlichung zu verzichten.
Als Fan von popkulturellen Referenzen, abgefahrenen Alliterationen und sonstigen Wortspielereien freue ich mich natürlich immer, wenn es auch ein Videospielname schafft, mir ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern.
Vor ein Paar Tagen entdeckte ich dieses Plakat, auf dem für eine 90’er Party geworben wurde. Wohl um das Thema optisch zu unterstützen nutzte der Veranstalter neben der Diddl-Maus (die definitiv in die 90’er passt) auch ein Mario-Artwork. Als notorischer Klugscheißer muss ich allerding feststellen, dass Mario zwar mit dem SNES Abenteuer Super Mario World bzw. mit Super Mario 64 auf dem N64 einige seiner größten Erfolge in den Jahren zwischen 1990 und 1999 feierte, der auf dem Plakat dargestellte Mario ist jedoch mit der Dreckweg 08/17 Wasserkanone ausgestattet. Einem Item, das bisher lediglich im 2002(!) erschienenem Super Mario Sunshine verwendet wurde.

