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Beiträge zu 'metal gear'

the art of metal gear solid

An Flohmärkten schätze ich vor allem die gelegentlichen freudigen Überraschungen, wenn man ohne konkrete Suche ein begehrenswertes Kleinod an unerwarteter Stelle entdeckt. Zuletzt geschah dies an einem Stand für antiquarische Bücher, wo ich mit the art of metal gear solid von Yoji Shinkawa ein videospielbezogenes Artbook zum Schnäppchenkurs erstand, das auch seinen „regulären Preis“ voll und ganz wert ist:
Das 1999 bei Softbank erschienene Buch im A4 Format umfasst ganze 180 Seiten und widmet sich den Arbeiten von Illustrator und Konzeptkünstler Yoji Shinkawa, die für Metal Gear Solid erstellt wurden und somit Snakes ersten 3D Auftritt auf der Playstation 1 vorbereiteten. Der auf hochwertigem Papier gedruckte Inhalt erstreckt sich dabei über zwei Bereiche: Während der erste Teil offizielle Artworks und Illustrationen für diverse Zwecke wie Magazine, PR-Arbeit oder Merchandise enthält, gewährt die zweite Hälfte mit Konzeptzeichnungen, Storyboards und Setdesigns Einblicke in den Entstehungsprozess des Videospiel-Meilensteins. Die meisten Grafiken sind im typischen Shinkawa-Stil mit groben Pinsel- bzw Bleistiftstrichen und reduzierter Farbgebung gehalten, weisen teilweise Sonderformen wie ein Foldout, pergamentartige, halbtransparente Seiten oder silbrig glänzenden Druck auf und bestätigen dabei eindrucksvoll die designtechnische Alleinstellungsposition, die die Metal Gear Reihe im Videospieluniversum innehat.
Dazu finden sich interessante Anmerkungen und Anekdoten des Künstlers zu Entstehung und Verwendung des jeweiligen Artworks auf englisch und japanisch.
Abgerundet wird das Ganze von einem umfangreichen Interview mit Yoji Shinkawa und Yoshitaka Amano, dem Charakter-Designer der Final Fantasy Serie.

The art of metal gear solid kann somit nicht nur Metal Gear Fans wärmstens ans Herz gelegt werden – Es ist eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt.

attack the (pull)blox

Das simple Ergebnis der ersten Experimente mit dem Leveleditor des 3DS Downloadspiel Pullblox.

icky thumb(stick)

Was kurze Zeit als obskures Gerücht umhergeisterte wurde nun von Nintendo im Vorfeld der Tokyo Game Show bestätigt: zusammen mit Monster Hunter Tri G wird eine an eine Butterbrotsdose erinnernde Zusatzhardware namens 3DS Circle Pad erscheinen, die den 3DS um einen Analogstick und eine Schultertaste erweitert.

Bedenklicher als die Adapterwanne in Tupperware-Optik selber ist aber die Tatsache, dass nicht nur Capcom, sondern auch andere Firmen wie Konami und Bandai/Namco angekündigt haben, dass die kommende Titel Resident Evil: Revelations, Metal Gear Solid Snake Eater 3D, Ace Combat 3D Cross Rumble und andere das Add-On unterstützen werden.

Denn was sonst als kuriose Spezialhardware im Stil des Guitar Hero Griffbretts oder des Arkanoid Drehknöpfchens für den DS angesehen werden könnte, mutiert auf einmal zur von mehreren Entwicklern akzeptierten Erweiterung, mit der sich bekannte Kontrollschemen auch auf Nintendos jüngsten Handheld übertragen lassen. Zwar findet sich kein von Big N selbst entwickelter Titel in der Liste, was dafür spricht, dass die japanische Firma prinzipiell das bestehende Steuerungskonzept als ausreichend erachtet, andererseits entstammen die Spiele großen Marken wichtiger Drittherstellen, deren Unterstützung man sicher nicht missen möchte. Dieses wiederum kann eigentlich nur dazu führen, dass Nintendo die neuen Tasten in einer Hardwarerevision des 3DS gleich mit verbaut, und das möglichst bald.

Denn ein künftiger überarbeiteter 3DS wird wegen der Passform kaum in den Adapter passen, zudem könnte so der Verbreitungsgrad des Zusatzsticks erheblich erhöht und zum Quasi-Standard gemacht werden.

Klar dürfte nämlich sein, dass Erweiterungen für Spielekonsolen wie Segas 32X gerne floppen und dass optional unterstützte Zusatzhardware nur von den wenigsten Spielen (sinnvoll) genutzt wird: So beschränkt sich der Einsatz von Eyetoy-, DSi oder Kinnectkamera in Titeln, die nicht eigens für diese Add-Ons entwickelt wurden, in der Regel auf sinnlose Spielereien (Uhh, ich kann mein Foto in ein Minispiel importieren, und in Mass Effekt 3 Dialoge auswählen, indem ich Sie vorlese). Auch Move für die PS3 kommt in der Regeln nicht an die Präzision eines klassischen Controllers heran. Anders herum lassen sich Spielkonzepte, die auf zwei Analogsticks ausgelegt sind, nur bedingt an eine alternative Steuerung anpassen, der diese Eingabemöglichkeiten nicht zur Verfügung stehen. In der Tat steuerte sich beispielsweise Metal Gear Solid Snake Eater 3D auf der Gamescom 2011 ziemlich „anstrengend“. Somit es es schwer vorstellbar, dass langfristig Spiele mit 3DS Circle Pad Unterstützung / Voraussetzung und solche, die sich mit der klassischen Ausstattung begnügen, friedlich koexistieren werden.

Mit dem Dual-Stick Controller der ersten Playstation existiert übrigens ein Beispiele dafür, wie die Steuerungsmöglichkeiten einer Konsole erfolgreich erweitert wurden, während die Liste der Spiele, die die erhöhte Präzision einer Wii-Motion Plus nutzen, eher kurz ist.

tic toc on the clock

Letzte Woche war es mal wieder soweit: die Sommerzeit hat begonnen, und neben Wecker, Armbanduhr und Handy durften auch diverse Konsolen um eine Stunde vorgestellt werden. Denn spätestens seit 32Bit-Zeiten ist es üblich, entsprechende Komponenten zu verbauen, damit sich die Hardware Datum und Uhrzeit merken kann. Dieses Wissen wird üblicherweise jedoch lediglich dazu genutzt, Spielstände mit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung zu versehen. Viel zu selten schlägt sich die Systemuhr in spielerisch relevanten Features oder coolen Eastereggs nieder.

Jedes mal, wenn ich ein einem Spiel eine Wand-, Turm- oder sonstige Uhr entdecke, wandert der Blick intuitiv zum Handgelenk, nur um in der Regel enttäuscht festzusellen, dass der Zeitmesser im Game aus einer statischen Grafik besteht. Spielerisch würde das Anzeigen der „echten“ Uhrzeit zwar absolut keinen Mehrwert haben, es wäre jedoch ein nettes kleines Detail, das einen schmunzeln lässt. So wie in Marvel vs. Capcom 2: Hier trifft man in einer Stage auf eine riesige Turmuhr, die tatsächlich mal zeigt, was die Stunde schlägt. Und so kann man wenigstens überprüfen, wie viel Zeit man mit der Prügelei bereits verplempert hat.

Ein besonderes Gimmick, das weniger auf der Uhrzeit denn auf dem Datum basiert, wartet auf diejenigen, die Ready to Rumble an Tagen wie Halloween, Thanksgiving oder Weihnachten in die Dreamcast einlegen: Denn dann wird auch im Boxring mit speziellen Kostümen und Arenadesigns gefeiert.

Seit jeher konsequent wird die Systemzeit auch in der Animal Crossing-Serie genutzt. Da fällt im Winter schon mal Schnee, Sylvester wird eine Party am See gefeiert und am Geburtstag schauen die Dorfnachbarn mit Geschenken vorbei. Diese Spiele sind so sehr auf „Echtzeit“ getrimmt, dass Manipulationen an der Systemuhr sogar abgestraft werden.
Ganz anders ist da Hideo Kojimas Metal Gear Saga, die gerne die Hardware mit in die Handlung einbezieht. Legendär ist beispielsweise der Auftritt von Psycho Mantis aus dem ersten Metal Gear Solid, der unter anderem die Speicherkarte der Playstation ausließt. In Metal Gear 3 (das in 3D übrigens auch für den Nintendo 3DS erscheinen wird) kann man sich beim Kampf gegen the end von der Hardware unter die Arme greifen lassen: Einfach das Spiel ein paar Tage links liegen lassen (oder zur Not das Datum vorstellen) und der Bossgegner ist an Altersschwäche gestorben.

Mein absoluter Favorit in Sachen „Echtzeit“ ist jedoch Metropolis Street Racer. Hier trägt man die Straßenrennen in den Großstädten London, San Francisco und Tokio unter genau den Lichtverhältnissen aus, die dort zur Zeit tatsächlich vorherrschen. Wenn man die Konsole also um 15 Uhr einschaltet, wird in London bei schönsten Tageslicht gefahren, während in Tokio schon finstere Nacht herangebrochen ist. Und nicht nur das: In Londons Regierungsviertel zeigt Big Ben die korrekte Zeit an und macht zur vollen Stunde mit seinem berühmten Glockenschlag auf sich aufmerksam.

Laserkraft 3D(S)

metal gear acid 2Der Deutschlandstart von Nintendos neuem 3DS Handheld steht vor der Türe und weiß nicht nur mit interessanter Technologie zu beeindrucken, sondern auch mit einem starken Startlineup. Neben Titeln wie Street Fighter IV 3D Edition und zwei neuen Resident Evil Spielen wird vor allem das 3D Remake von Metal Gear Solid 3: Snake Eater sehnsüchtig erwartet, bietet es doch erstmals die Möglichkeit, ein Metal Gear in echtem 3D zu spielen. Metal Gear erstmals in 3D? Das ist so nicht ganz richtig, denn bereits der zweite Teil des vielerseits unterschätzten und geschmähten Spin-Offs Metal Gear ACID bot 2006 auf der PSP neben schicker Cellshading-Grafik und einem taktischen Gameplay auf Sammelkartenbasis einen echten 3D Modus. Dazu wurde die PSP in das sogenannte SOLID EYE TOBIAC!D geschoben – einem Pappaufsatz, der nicht nur das Wunder vollbrachte, in die schlanke Standard-Hülle eines PSP-Spiels zu passen, sondern der PSP dank Stereoskopietechnik echte dreidimensionale Bilder entlockte. Litt die Spielbarkeit durch die Halbierung des Sichtfeldes im 3D Modus auch merklich, konnten zumindest die zahlreichen freispielbaren Filmschnipsel vom räumlichen Effekt profitieren. Diese – und hier schließt sich wieder der Kreis – waren etwa zur Hälfte den Cutscenes der Playstation2-Version von Metal Gear Solid 3: Snake Eater entliehen und boten somit schon einmal einen guten Vorgeschmack darauf, was uns in Kürze auf dem 3DS erwartet.
Übrigens könnten auch die anderen 3D-Goodies von Metal Gear ACID 2 wegweisend für den 3DS sein: Ganz dem Running Gag der Metal Gear Reihe folgend zeigten die restlichen Bonusfilmchen leichtbekleidete japanische Mädels in der dritten Dimension, die sich mal im Badeoutfit mit Wasserpistolen beschießen, mal in knapper Militäruniform Waffen polieren (nein, das ist kein Euphemismus, sondern tatsächlich wörtlich zu nehmen).
Da der 3DS (ab Mai) auch einen Webbrowser unterstützen wird, ist (vermutlich zu Nintendos Unmut) damit zu rechnen, dass eine Reihe von 3DS optimierten Webseiten aus dem Boden sprießen werden, die sich auf die dreidimensionale Darstellung von „erwachsenen Inhalten“ spezialisieren.